Was wäre, wenn …

Was wäre zum Beispiel, wenn heute mein letzter Arbeitstag wäre. Ich bin im Versandhandel tätig und beantworte täglich unzählige Kundenanfragen aus aller Herren Länder, die uns per Mail oder telefonisch erreichen. Meine Kollegen und ich haben einen Traum – einmal sagen dürfen, was man wirklich denkt und zwar, wenn der Kunde es noch hört und nicht, wenn man den Hörer bereits aufgelegt hat.



Klingeln oder nicht klingeln?

Egal, was man macht, es ist immer verkehrt. Klingelt man, heißt es „Müssen Sie so laut klingeln, ich bin doch nicht schwerhörig!“

Klingelt man nicht, sondern räuspert sich nur oder macht anderweitig auf sich aufmerksam, muss man sich „Müssen Sie sich so ranschleichen, können Sie nicht klingeln!“ anhören.

Jeder von euch kennt die folgende Situation: Man fährt von hinten auf eine sich in dieselbe Richtung bewegende Gruppe von schwatzenden Walkern, Joggern oder Spaziergängern zu. Wenn man klingelt, entstehen tumultartige Szenen: Die Person ganz rechts will nach links, die Person links will nach rechts und die in der Mitte weiß überhaupt nicht wohin, da sie von allen Seiten angerempelt wird. Ich habe noch nie erlebt, dass so eine Gruppe geordnet den Weg frei macht. Es trifft sie immer wieder vollkommen unvorbereitet, dass jemand sie überholen will.

Noch schlimmer sind Jogger oder Walker mit Kopfhörer. Sie reagieren meist weder auf Klingeln, noch auf Räuspern oder Rufen. Wenn man dann überholt, machen sie vor Schreck einen Satz zur Seite, wenn man Pech hat, genau auf einen zu.

Derzeit gibt es ein neues Phänomen – Menschen, die auf Displays starren! Alle Welt ist im Pokemon Fieber. Leider vergessen die Spieler vor lauter Suche nach Pokemons, dass es auch noch so was gibt wie real existierende Mitmenschen. Was gäbe ich darum, wenn ihr Smartphone nicht nur bei Pokemons in der Nähe vibrieren würde, sondern auch wenn ich sie überholen will.

 




Der Fahrradkrieg – Wem gehört die Stadt

Heute Abend um 20.15 Uhr gibt es im SWR Fernsehen eine Reportage, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet:

Der Fahrradkrieg – Wem gehört die Stadt

Geisterfahrräder (Bild: SWR)

Geisterfahrräder erinern an verunfallte Radfahrer (Bild: SWR)

Der Titel hört sich schon mal martialisch an. Herrscht tatsächlich Krieg auf deutschen Straßen? Stimmt es, was im Untertitel zur Reportage steht:

Deutschland erlebt einen Fahrrad-Boom. Immer mehr steigen um auf E-Bike, Pedelec oder konventionelles Rad und beanspruchen ihren Platz im Straßenverkehr. Konflikte auf den Straßen nehmen daher zu. Wem gehört die Stadt? Radler beklagen sich über rücksichtslose Autofahrer. Fußgänger und Autofahrer empören sich über „Rambo-Radler“, die Sonderrechte für sich in Anspruch nehmen. Und alle fühlen sich im Recht im Kampf um jeden Meter Straße.

Ein Team von „betrifft“ ist dieser Frage nachgegangen und hat sich auf den „Kriegsschauplatz Straße“ gewagt. Ich bin schon mal sehr gespannt auf heute Abend.




Schilderflohmarkt

Am 16. Juli veranstaltet das Karlsruher Tiefbauamt in der Neureuter Straße 21 zwischen 10 und 14 Uhr einen Schilderflohmarkt und verkauft Verkehrszeichen aller Art. Wie wäre es mit einem Stopschild für den Kühlschrank, einem Spielstraßenschild vor der Hofeinfahrt oder einer Ampel fürs Bad?

Schade nur, dass man die Schilder nicht bei sich auf der Straße aufstellen darf. Dann würde ich mir entweder solche Schilder besorgen:

Fahrradstraße

Fahrradstraße

oder alternativ das Schild, über das Thomas in seinem Aprilscherz Radfahrer überholen verboten! berichtet hat:

Radfahrer überholen verboten

Radfahrer überholen verboten

Aufgestellt in meiner Straße, würde dieses Schild die Situation für mich als Radfahrer extrem entspannen. Auch hier darf man max. 30 km/h fahren. Nur hält sich kaum jemand daran. Die Straße ist schmal, gebaut in den 60iger Jahren als die Autos noch klein waren und es noch keine Mamapanzer gab. Erschwerend hinzu kommt derzeit, dass aufgrund einer Umleitung der Durchgangsverkehr durch unsere Straße geschleust wird. Nur wer Todessehnsucht verspürt, nutzt als Radfahrer unsere Straße während der Rushhour.




Fahrraddiebstähle 2015

Fahrräder sind nach wie vor heiß begehrt, leider nicht nur bei Radfahrern, sondern auch bei Dieben:

Fahrraddiebstähle 2015

Fahrraddiebstähle 2015 (Quelle: Polizei, Grafik: GDV)

Die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin tragen die rote Laterne. Dort werden bei weitem die meisten Fahrräder gestohlen. Die Daten beruhen auf der letztjährigen polizeilichen Kriminalstatistik. Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2015 rund 335.000 gestohlene Räder erfasst, die Dunkelziffer dürfte aber noch viel höher sein.

Vollkommen verhindern kann man einen Fahrraddiebstahl zwar nicht, aber hier ein paar Tipps wie man potentiellen Dieben das Leben extrem schwer machen kann.




Radfahren verringert den Krankenstand

Laut Statistischem Bundesamt waren wir Deutschen im Jahr 2014 durchschnittlich 9,4 Arbeitstage krank. Den niedrigsten Stand seit 1991 hatten wir im Jahr 2007 mit durchschnittlich 7,9 Fehltagen. Diese Fehltage kosten den Unternehmen viel Geld um nicht zu sagen Milliarden.

Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse gibt es erhebliche regionale Unterschiede. Wer jetzt gedacht hätte, dass in Bundesländern mit hoher Arbeitslosigkeit ein geringer Krankenstand wäre, der irrt:

Fehltage in Deutschland 2015 (Quelle: TKK)

Quelle: Grafik: Techniker Krankenkasse

Laut TKK hat Deutschland – insbesondere der Nordosten Deutschlands – Rücken, Bluthochdruck oder ist psychisch krank. Die Hauptkosten für die Arbeitgeber resultieren nicht – wie ich gedacht habe – aus den Fehltagen selbst, sondern aus dem sogenannten Präsentismus, dem Phänomen, dass viele Arbeitnehmer meinen, trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen zu müssen und dort dann krankheitsbedingt viele Fehler verursachen.




Trends auf Twitter

Gute Nachrichten für alle, die nicht mit dem PKW unterwegs sind: Städten drohen Diesel-Fahrverbote. Laut FAZ bereiten sich Großstädte in Deutschland auf Fahrverbote oder Sperrungen für alle Diesel-Fahrzeuge vor. Seit Monaten werden die Grenzwerte überschritten und jetzt soll endlich Schluss mit Lustig sein.

Gute Nachrichten für Radfahrer

Positive Nachrichten kommen auch von unseren Nachbarn, den Niederländern. Radfahren, die normalste Sache der Welt! Woran erkennt man das? Kaum jemand fährt mit Helm.

Das Normalste der Welt

Schlechte Nachrichten einmal mehr aus Deutschland. Der Klassiker – LKW-Fahrer will nach rechts abbiegen, übersieht Radfahrer und verletzt diesen schwer. Wir fliegen zum Mars, bauen Speicher, die kleiner sind als ein Fingernagel, aber  Abbiegeassistenten für LKW sind immer noch in der Erprobung. Ein Armutszeugnis für LKW-Hersteller!

Toter Winkel

Toter Winkel

Wenn unsere Straßen für Radfahrer sicherer wären und Unfälle wie der oben beschriebene der Vergangenheit angehörten, dann würden mehr und mehr Menschen vom PKW aufs Rad umsteigen und etwas für ihre Gesundheit tun. Denn schon 30 Minuten Radfahren täglich erhöht die Lebenserwartung beträchtlich.

Gesundheit

 




Gute Fahrradinfrastruktur = weniger Fahrradunfälle

Es heißt zwar „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, aber der Aussage der nachfolgenden Balkengrafik bin ich geneigt Glauben zu schenken.

Gute Fahrradinfrastruktur trägt dazu bei, die Unfallzahlen zu senken

Eine gute Fahrradinfrastruktur trägt dazu bei, die Unfallzahlen zu senken




Betreutes Fahren oder Critical Mass?

Die einen nennen es betreutes Fahren, die anderen Critical Mass mit Polizeibegleitung. Das Authentische, sprich die Critical Mass in Reinkultur, ist durch die motorisierten Polizeieskorte zwar ein Stück weit auf der Strecke geblieben, aber hatte – das sei den Puristen gesagt – einen entscheidenden Vorteil:

Vielen Städtern fällt die pedalierende Schar auf, um so mehr seit im April die Polzeieskorte dazukam …

so Kirsten Etzold von den Badischen Neuesten Nachrichten in ihrem heutigen Bericht im Lokalteil der BNN:

In flotter Fahrt über die Ausfallstraße

In flotter Fahrt über die Ausfallstraße

 

 




Critical Mass im Juni

Es ist letzter Freitag des Monats, d.h. Critical Mass Tag in vielen Städten dieser Welt. Wir Karlsruher treffen uns um 18 Uhr auf dem Kronenplatz zu einer gemütlichen Fahrradtour durch die Stadt:

Streckenverlauf CM Karlsruhe im Juni 2016

Streckenverlauf CM Karlsruhe im Juni 2016

Die Strecke ist ca. 14 Kilometer lang und hat vieles zu bieten, was wir in unserem Fahrradalltag so erleben:

  • Baustellen
  • Straßenbahnschienen sowie Straßenbahnen, die immer Vorfahrt zu haben scheinen
  • unübersichtliche Kreuzungen
  • Fahrradstraßen mit so viel PKW Verkehr, dass man sie nicht mehr als Fahrradstraßen erkennt
  • Radwege, die – wenn wir Glück haben – mal nicht zugeparkt sind

Da die CM als Versammlung angemeldet wurde, werden wir wieder durch eine motorisierte Polizeistaffel begleitet. Die Karlsruher Polizei fährt zwar auch per Pedelec Streife, aber wir kommen leider nicht in den Genuss ihres Anblicks. Wahrscheinlich ist ihr Akku leer oder es ist zu warm, zu schwül, zu gewittrig, …

Hoffen wir, dass das Wetter hält und die angekündigten Gewitter uns erst am späten Abend ein wenig Abkühlung verschaffen.